Terrassenüberdachungen · alle 16 Bundesländer
Terrassenüberdachung ohne Baugenehmigung: was in Ihrem Bundesland gilt
An das Wohnhaus angebaute, an den Seiten offene Überdachung. Der Anbau an ein bestehendes Gebäude ist hier — anders als beim Gartenhaus — ausdrücklich zulässig.
Rechtsstand: 12.09.2026Auch: Terrassendach, Überdachung, Verandadach
Wie groß darf eine Terrassenüberdachung ohne Baugenehmigung sein?
50 m³ beziehungsweise 30 bis 40 m² — je nach Bundesland. Schon die Maßeinheit unterscheidet sich: 1 Länder messen den Brutto-Rauminhalt, 13 Länder messen die Brutto-Grundfläche. Die Freistellung gilt ausschließlich im Innenbereich; im Außenbereich nach § 35 BauGB ist stets ein Bauantrag erforderlich.
Stand: 12.09.2026
Terrassenüberdachung: Schwellenwerte aller 16 Bundesländer
16 von 16 Bundesländern
| Fundstelle | Außenbereich | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Baden-WürttembergBW | 30 m² | § 50 Abs. 1 LBO i. V. m. Anhang 1 Nr. 1 Buchst. l | 0,4 × H, mind. 2,50 m | nicht frei | 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft |
| BayernBY | 30 m² | Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. g BayBO | 0,4 × H, mind. 3,00 m | nicht frei | 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft |
| BerlinBE | 30 m² | § 61 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. g BauO Bln | 0,4 × H, mind. 3,00 m | nicht frei | 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft |
| BrandenburgBB | 30 m² | § 61 Abs. 2 Nr. 1 BbgBO | 0,4 × H, mind. 3,00 m | nicht frei | 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft |
| BremenHB | 30 m² | § 61 Abs. 1 Nr. 1 BremLBO | 0,4 × H, mind. 3,00 m | nicht frei | 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft |
| HamburgHH | 30 m² | § 61 HBauO i. V. m. der Anlage | 0,4 × H, mind. 2,50 m | nicht frei | 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft |
| HessenHE | ohne Größengrenze frei | § 63 HBO i. V. m. Anlage Nr. 1.13 | 0,4 × H, mind. 2,50 m | nicht frei | 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft |
| Mecklenburg-VorpommernMV | 30 m² | § 61 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. g LBauO M-V | 0,4 × H, mind. 3,00 m | nicht frei | 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft |
| NiedersachsenNI | 40 m² | § 60 Abs. 1 NBauO i. V. m. Anhang Nr. 1.8 | 0,4 × H, mind. 3,00 m | nicht frei | 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft |
| Nordrhein-WestfalenNRW | 30 m² | § 62 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. g BauO NRW | 0,4 × H, mind. 3,00 m | nicht frei | 28.08.2026 — an der Primärquelle geprüft |
| Rheinland-PfalzRP | 50 m³ | § 62 Abs. 2 Nr. 2 LBauO | 0,4 × H, mind. 3,00 m | nicht frei | 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft |
| SaarlandSL | ohne Größengrenze frei | § 61 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. h LBO | 0,4 × H, mind. 3,00 m | nicht frei | 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft |
| SachsenSN | 30 m² | § 61 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. g SächsBO | 0,4 × H, mind. 3,00 m | nicht frei | 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft |
| Sachsen-AnhaltST | 30 m² | § 60 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. i BauO LSA | 0,4 × H, mind. 3,00 m | nicht frei | 04.08.2026 — Sekundärquelle, Prüfung steht aus |
| Schleswig-HolsteinSH | 30 m² | § 61 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. g LBO | 0,4 × H, mind. 3,00 m | nicht frei | 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft |
| ThüringenTH | 30 m² | § 63 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. g ThürBO | 0,4 × H, mind. 3,00 m | nicht frei | 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft |
Terrassenüberdachung nach Bundesland
Diese 3 Bundesländer weichen in mindestens zwei Punkten vom bundesweiten Muster ab und haben deshalb eine eigene Seite. Die übrigen 13 folgen dem oben dargestellten Regelfall und sind in dieser Tabelle vollständig abgebildet.
Rheinland-Pfalz führt Wintergärten unter derselben Vorschrift wie Terrassenüberdachungen: gleicher Schwellenwert, gleiche Maßeinheit, dieselbe Fundstelle. Die betreffenden Landesseiten gelten deshalb für beide Vorhabenarten. Alle sechzehn Länder für Wintergärten stehen unter Wintergarten ohne Baugenehmigung.
Vier Regelungsarten für dasselbe Dach
Bei kaum einer Vorhabenart gehen die Länder so weit auseinander wie hier — und zwar nicht in der Zahl, sondern in der Art zu regeln. Zwölf Länder nennen eine Fläche, meist 30 m². Niedersachsen nennt ebenfalls eine Fläche, aber 40 m². Rheinland-Pfalz misst als einziges Land ein Volumen. Und zwei Länder, Hessen und das Saarland, stellen die überdachte Terrasse frei, ohne überhaupt eine Größe zu nennen.
Für die Planung heißt das, dass dieselbe Konstruktion vier verschiedene Prüfungen durchläuft. Eine Überdachung von 3,00 m Tiefe und 5,00 m Breite hat 15 m² Fläche und liegt damit in den Flächenländern klar unter der Schwelle. In Rheinland-Pfalz entscheidet dagegen die Höhe mit: Bei 2,60 m mittlerer Höhe sind es 39 m³, bei 3,50 m schon 52,5 m³ — dieselbe Fläche, ein anderes Ergebnis.
Die Freistellung ohne Größengrenze ist dabei nicht das Freibrief-Ende der Skala, für das man sie hält. Sie sagt nur, dass das Verfahren entfällt; der Bebauungsplan, die Abstandsflächen und das Nachbarrecht gelten unverändert. Wer in Hessen eine acht Meter tiefe Überdachung baut, braucht keinen Bauantrag und kann trotzdem an der überbaubaren Grundstücksfläche scheitern.
Die zweite Falle liegt an der Seite. Eine Überdachung bleibt eine Überdachung, solange sie offen ist. Wird sie verglast oder seitlich geschlossen, wird aus ihr ein Wintergarten — und für den gelten in neun Ländern gar keine Freistellung und in den übrigen andere Zahlen. Die Grenze verläuft nicht bei der Fläche, sondern bei der Wand.
Die Freistellungskataloge der sechzehn LandesbauordnungenQuelle(öffnet in neuem Tab)Stand: 04.08.2026 — an der Primärquelle geprüft
Gelesen: Auszählung der sechzehn Terrassenüberdachungs-Zeilen des Datensatzes dieser Website, je mit eigener Fundstelle und eigenem Prüfdatum; die Umrechnung im zweiten Absatz ist auf der Seite nachzurechnen.
Was neben der Größe zählt
Die Größenschwelle ist die erste von drei Hürden. Wer sie einhält, hat noch keine Gewissheit: Die Abstandsflächen zur Grundstücksgrenze und das Planungsrecht sind eigenständige Prüfungen, und beide können ein dimensional zulässiges Vorhaben kippen.
Stufe 1 — Verfahrensfreiheit
Steht das Vorhaben im Katalog der Landesbauordnung, und bleibt es unter dem Schwellenwert? Aufenthaltsraum, Toilette und Feuerstätte heben die Freistellung in allen Ländern auf.
Stufe 2 — Abstandsflächen
Vor jeder Außenwand muss eine Fläche frei bleiben, deren Tiefe sich aus der Wandhöhe ergibt. Sie muss vollständig auf dem eigenen Grundstück liegen. Für Gebäude ohne Aufenthaltsräume gibt es die privilegierte Grenzbebauung — begrenzt auf drei Meter mittlere Wandhöhe und neun Meter Länge je Grenze.
Stufe 3 — Planungsrecht
Innenbereich oder Außenbereich, Festsetzungen des Bebauungsplans, Denkmalschutz, Naturschutz, Kleingartenrecht. Diese Ebene entscheidet, ob das Vorhaben am geplanten Standort überhaupt zulässig ist — unabhängig davon, ob ein Verfahren nötig wäre.
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Häufige Fragen zu Terrassenüberdachungen
Was ist der Unterschied zwischen verfahrensfrei und genehmigungsfrei?
Verfahrensfrei ist der Begriff der Landesbauordnungen: Es findet kein bauaufsichtliches Verfahren statt. Genehmigungsfrei ist die umgangssprachliche Entsprechung. Beide bedeuten nicht, dass die Bauvorschriften nicht gelten. Abstandsflächen, Bebauungsplan, Denkmalschutz und Naturschutz gelten unverändert — nur geprüft wird nichts.
Welchen Abstand muss ein Gartenhaus zur Grundstücksgrenze haben?
Alle sechzehn Länder rechnen inzwischen mit 0,4 der Wandhöhe; Niedersachsen hat den früheren Wert von 0,5 zum 1. Juli 2024 abgesenkt. Das Mindestmaß beträgt 3 m, in Baden-Württemberg, Hamburg und Hessen 2,50 m. Gebäude ohne Aufenthaltsräume und Feuerstätten mit höchstens 3 m mittlerer Wandhöhe dürfen unter engen Bedingungen direkt an die Grenze.
Darf ich ein Gartenhaus direkt an die Grenze bauen?
Ja, wenn es keine Aufenthaltsräume und keine Feuerstätte enthält, die mittlere Wandhöhe 3 m nicht übersteigt und die Wandlänge an dieser Grenze höchstens 9 m beträgt. Über alle Grenzen zusammen sind höchstens 15 m zulässig. Bereits vorhandene Grenzbauten werden angerechnet.
Gilt die Genehmigungsfreiheit auch im Außenbereich?
Fast nirgends. Elf Landesbauordnungen nehmen den Außenbereich ausdrücklich aus; fünf Länder lassen dort eine eigene, kleinere Schwelle gelten — Baden-Württemberg 20 m³, Bayern 20 m³, Niedersachsen 40 m³, Rheinland-Pfalz 10 m³, Schleswig-Holstein 10 m³. Ein Gartenhaus nach § 35 BauGB ist dort ohnehin meist materiell unzulässig, weil es öffentliche Belange beeinträchtigt. Auch ein Bauantrag führt in aller Regel nicht zur Genehmigung.
Was passiert, wenn man ein Gartenhaus ohne Genehmigung baut?
Die Bauaufsichtsbehörde kann die Nutzung untersagen, den Rückbau anordnen und ein Bußgeld verhängen. Die Rahmen der Länder reichen bis in den fünfstelligen Bereich. Ein Schwarzbau wird durch Zeitablauf nicht legal. Ein nachträglicher Bauantrag ist möglich, führt aber nur bei materieller Zulässigkeit zum Erfolg.
Ist eine Terrassenüberdachung genehmigungsfrei?
Meist bis 30 m² überdachter Grundfläche, in Niedersachsen bis 40 m². Hessen und das Saarland nennen überhaupt keine Flächengrenze, Rheinland-Pfalz rechnet stattdessen in 50 m³ umbautem Raum. Mehrere Länder begrenzen zusätzlich die Tiefe — Sachsen und Berlin auf 3 m, Nordrhein-Westfalen auf 4,50 m.
Wie groß darf ein Gartenhaus im Kleingarten sein?
Höchstens 24 m² Grundfläche einschließlich überdachtem Freisitz, so § 3 Abs. 2 BKleingG. Die Laube darf nach ihrer Beschaffenheit nicht zum dauernden Wohnen geeignet sein. Diese Grenze gilt zusätzlich zur Landesbauordnung, also auch dort, wo diese großzügiger wäre.
Wer entscheidet, ob mein Grundstück im Innen- oder Außenbereich liegt?
Die Gemeinde beziehungsweise die untere Bauaufsichtsbehörde. Verbindlich wird die Auskunft erst durch einen Bauvorbescheid nach einer Bauvoranfrage; dieser bindet die Behörde in der Regel drei Jahre. Eine telefonische Auskunft ist rechtlich nicht bindend.
Ersetzt dieses Werkzeug eine Rechtsberatung?
Nein. Der Genehmigungscheck ist eine unverbindliche Orientierung auf Grundlage Ihrer Eingaben und der hier veröffentlichten Rechtsdaten. Er ist keine Rechtsberatung im Sinne des Rechtsdienstleistungsgesetzes. Verbindlich entscheidet ausschließlich die für Ihr Grundstück zuständige Bauaufsichtsbehörde.

