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Brutto-Rauminhalt berechnen

Fast jede Landesbauordnung fragt beim Gartenhaus nach Kubikmetern, nicht nach Quadratmetern. Dieser Rechner macht aus Ihren Abmessungen den Wert, den das Gesetz meint — und zeigt sofort, wo er unter der Schwelle bleibt.

Rechtsstand: 12.09.2026

Wie berechnet man den Brutto-Rauminhalt eines Gartenhauses?

Grundfläche mal mittlere Höhe, beides an den Außenkanten gemessen. Beim Flachdach ist die mittlere Höhe gleich der Wandhöhe. Beim Satteldach kommt die halbe Dachhöhe hinzu, beim Pultdach wird das Mittel aus Trauf- und Firsthöhe gebildet. Ein Gartenhaus von 4,00 × 3,00 m mit 2,40 m Traufe und 3,00 m First hat 32,40 m³.

Rechtsgrundlage: Ermittlungsmethode nach DIN 277-1Stand: 12.09.2026

Die drei Formeln

Flachdach

V = Länge × Breite × Wandhöhe. Der einfachste Fall: Das Gebäude ist ein Quader, es gibt keinen Dachraum.

Satteldach

V = Länge × Breite × (Wandhöhe + (Firsthöhe − Wandhöhe) / 2). Der Dachraum ist ein Prisma mit dreieckigem Querschnitt und damit exakt halb so groß wie ein Quader gleicher Höhe. Deshalb die Halbierung — keine Näherung, sondern die exakte Lösung für die idealisierte Form.

Pultdach

V = Länge × Breite × (Wandhöhe + Firsthöhe) / 2. Eine geneigte Fläche von der niedrigen zur hohen Traufe; das Mittel der beiden Höhen ergibt das exakte Volumen.

Drei durchgerechnete Fälle

Die drei Dachformen an je einem Haus, das es so zu kaufen gibt. Jede Zeile ist für sich nachzurechnen; die Schwellen darunter stammen aus dem Datensatz dieser Seite und tragen dort ihre Fundstelle.

Flachdach — Gerätehaus 3,00 × 4,00 m

Grundfläche:
3,00 × 4,00 m
Wandhöhe:
2,40 m
Dachform:
Flachdach
Rechenweg für Flachdach — Gerätehaus 3,00 × 4,00 m
SchrittRechnungErgebnis
Grundfläche3,00 m × 4,00 m12,00 m²
Mittlere HöheWandhöhe, kein Dachraum2,40 m
Rauminhalt12,00 m² × 2,40 m28,80 m³
28,80 m³. Das liegt unter jeder Kubikmeterschwelle, die eine deutsche Bauordnung für ein Gartenhaus nennt — die niedrigste sind 30 m³. In den Ländern, die stattdessen die Grundfläche messen, entscheiden aber nicht die 28,80 m³, sondern die 12,00 m²: Über einer 10-m²-Grenze liegt dieses Haus.

Satteldach — dasselbe Haus mit Dach

Grundfläche:
3,00 × 4,00 m
Traufhöhe:
2,20 m
Firsthöhe:
3,20 m
Rechenweg für Satteldach — dasselbe Haus mit Dach
SchrittRechnungErgebnis
Grundfläche3,00 m × 4,00 m12,00 m²
Dachhöhe3,20 m − 2,20 m1,00 m
Mittlere Höhe2,20 m + 1,00 m ÷ 22,70 m
Rauminhalt12,00 m² × 2,70 m32,40 m³
32,40 m³. Der Dachraum bringt 3,60 m³ und damit genau ein Neuntel des Gesamtvolumens. Wer ihn wegrechnet, weil man darin nicht stehen kann, kommt auf 28,80 m³ — und in den drei Ländern mit einer 30-m³-Schwelle auf die gegenteilige Antwort.

Pultdach — Anbau 2,50 × 5,00 m

Grundfläche:
2,50 × 5,00 m
Niedrige Traufe:
2,00 m
Hohe Traufe:
2,80 m
Rechenweg für Pultdach — Anbau 2,50 × 5,00 m
SchrittRechnungErgebnis
Grundfläche2,50 m × 5,00 m12,50 m²
Mittlere Höhe(2,00 m + 2,80 m) ÷ 22,40 m
Rauminhalt12,50 m² × 2,40 m30,00 m³
30,00 m³ — genau auf der Schwelle. Hamburg, Hessen und Schleswig-Holstein ziehen ihre Grenze bei 30 m³, und „bis“ heißt einschließlich. Ein Zentimeter mehr Höhe kippt das Ergebnis.Bei einem Pultdach ist die mittlere Höhe das arithmetische Mittel beider Traufhöhen — nicht Wandhöhe plus halbe Dachhöhe wie beim Satteldach.
Traufhöhe, Firsthöhe, mittlere Höhe und Außenmaß an einem Gartenhaus mit SatteldachEin Gartenhaus mit Satteldach im Querschnitt. Von der Geländeoberfläche bis zur Traufe sind es 2,20 Meter, bis zum First 3,20 Meter. Die mittlere Höhe liegt bei 2,70 Metern, also Traufhöhe plus der halben Dachhöhe. Das Außenmaß von 3,00 Metern wird an den Außenkanten der Wände gemessen, einschließlich Verkleidung, und nicht im Inneren. Der Dachüberstand steht seitlich über die Wand hinaus und zählt beim Rauminhalt nicht mit.GeländeoberflächeTraufe 2,20 mFirst 3,20 mAußenmaß 3,00 mmittlere Höhe2,70 mDachüberstand(zählt nicht zumRauminhalt)
Gemessen wird außen und ab der Geländeoberfläche — nicht ab Oberkante Fundament und nicht im Innenraum.

Was genau in die Felder gehört

Gemessen wird am Außenmaß, einschließlich Wandverkleidung. Die Zahl im Prospekt ist häufig das Rastermaß oder die begehbare Innenfläche und damit kleiner. Die Höhe zählt ab der Geländeoberfläche, nicht ab Oberkante Fundament oder Bodenplatte.

Der Dachüberstand über die Wandflucht hinaus zählt beim Rauminhalt nicht mit — er umschließt keinen Raum. Für die Länge einer Grenzbebauung rechnen ihn mehrere Länder dagegen ausdrücklich mit; das ist eine andere Frage und steht auf der Seite zur Grenzbebauung.

Wo die Zahl nicht weiterhilft

In fünf Ländern beantwortet der Rauminhalt die Frage gar nicht. Berlin, Sachsen-Anhalt und Thüringen messen die Grundfläche und stellen bei 10 m² frei, Bremen bei 12 m², Mecklenburg-Vorpommern bei 30 m². Wer dort seinen Rauminhalt ausrechnet, hat eine korrekte Zahl zu einer Vorschrift, die sie nicht verlangt.

Und der Rauminhalt ist nicht die Baumasse des § 21 BauNVO, obwohl beide in Kubikmetern stehen. Die Baumasse reicht von der Oberkante des untersten Fußbodens bis zur Oberkante der obersten Geschossdecke; der Dachraum bleibt dort außer Betracht. Genau er entscheidet beim Gartenhaus.

Was häufig falsch gemacht wird

Innen statt außen gemessen. Die Wandstärke fehlt dann in der Rechnung — bei einem 7 cm starken Blockbohlenhaus sind das schon einige Prozent. Die zweite häufige Abweichung: Die Wandhöhe wird ab Oberkante Fundament gemessen statt ab der Geländeoberfläche. Ein 20 cm hoher Sockel erhöht bei 12 m² Grundfläche den Rauminhalt um 2,4 m³.

Häufige Fragen

Wie berechnet man den Brutto-Rauminhalt eines Gartenhauses?

Grundfläche mal mittlere Höhe. Beim Flachdach ist die mittlere Höhe die Wandhöhe. Beim Satteldach kommt die halbe Dachhöhe hinzu, beim Pultdach wird das Mittel aus Trauf- und Firsthöhe gebildet. Gemessen wird an den Außenkanten, einschließlich Wandstärke.

Zählt der Dachüberstand zum Brutto-Rauminhalt?

Der Rauminhalt wird an den Umfassungsflächen gemessen, also an der Wandflucht. Ein reiner Dachüberstand ohne darunterliegende Wand erhöht den Rauminhalt daher nicht. Bei der Brutto-Grundfläche von Carports und Terrassenüberdachungen wird die überdachte Fläche dagegen vollständig gerechnet.

Ist der Brutto-Rauminhalt dasselbe wie der Innenraum?

Nein. Der Brutto-Rauminhalt wird außen gemessen und schließt Wandstärke und Dachraum ein. Der nutzbare Innenraum ist stets kleiner. Herstellerangaben in Katalogen beziehen sich häufig auf die Innenmaße und sind deshalb nicht ohne Weiteres mit der Landesschwelle vergleichbar.

Warum rechnen die Bauordnungen in Kubikmetern statt Quadratmetern?

Weil der Rauminhalt die bauliche Wirkung besser abbildet als die Fläche: Ein niedriger Geräteschuppen und ein hohes Gartenhaus mit gleicher Grundfläche unterscheiden sich erheblich. Elf Länder folgen dieser Logik. Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen bemessen das Gartenhaus dagegen nach der Grundfläche, und bei Garagen, Carports und Terrassenüberdachungen messen alle Länder in Quadratmetern.