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Baugebühren schätzen

Wenn Ihr Vorhaben genehmigungspflichtig ist, stellt sich sofort die Kostenfrage. Die Gebühren folgen in fast allen Ländern demselben Muster: ein Prozentsatz des Rohbauwerts. Dieser Rechner bildet das Muster ab — nicht die Gebührenordnung Ihrer Kommune.

Rechtsstand: 12.09.2026

Was kostet eine Baugenehmigung für ein Gartenhaus?

Die Behördengebühr bemisst sich nach den Rohbaukosten und liegt bei einem kleinen Gartenhaus typischerweise im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich — bei kleinen Vorhaben greift regelmäßig die Mindestgebühr. Der größere Posten ist meist der bauvorlageberechtigte Entwurfsverfasser, dessen Unterschrift der Bauantrag braucht. Verbindlich ist allein die Gebührenordnung Ihrer Behörde.

Stand: 12.09.2026

Wie die Gebühr entsteht

Die Gebührenordnungen der Länder bemessen die Baugenehmigungsgebühr regelmäßig als Bruchteil eines Prozents der Rohbausumme. Die Rohbausumme wiederum wird nicht aus Ihren tatsächlichen Kosten gebildet, sondern normiert: Rauminhalt in Kubikmetern mal einem Wert je Kubikmeter, der von der Bauweise abhängt.

Gartenhaus, 40 m³ — hier greift die Mindestgebühr

Rauminhalt:
40 m³
Rohbauwert je m³:
220 €
Modellsatz:
0,5 % der Rohbausumme
Rechenweg für Gartenhaus, 40 m³ — hier greift die Mindestgebühr
SchrittRechnungErgebnis
Rohbausumme40 m³ × 220 €8 800 €
Prozentgebühr8 800 € × 0,5 %44 €
MindestgebührModellwert50 €
Maßgeblichder höhere der beiden Werte50 €
50 € — nicht 44 €. Unterhalb einer gewissen Größe entscheidet nicht der Prozentsatz, sondern die Mindestgebühr; die Rechnung läuft dann ins Leere. Das ist der Regelfall beim Gartenhaus und der Grund, aus dem eine Verkleinerung um ein paar Kubikmeter an der Gebühr nichts ändert.

Garage mit Aufenthaltsraum, 100 m³ — oberhalb der Mindestgebühr

Rauminhalt:
100 m³
Rohbauwert je m³:
380 €
Bandbreite:
× 0,6 bis × 1,8
Rechenweg für Garage mit Aufenthaltsraum, 100 m³ — oberhalb der Mindestgebühr
SchrittRechnungErgebnis
Rohbausumme100 m³ × 380 €38 000 €
Prozentgebühr38 000 € × 0,5 %190 €
Untere Spanne190 € × 0,6114 €
Obere Spanne190 € × 1,8342 €
Größenordnung 114 € bis 342 €. Die Spanne ist keine Unsicherheit der Rechnung, sondern die gemessene Streuung zwischen den Gebührenordnungen. Sie als eine Zahl auszugeben, wäre eine Genauigkeit, die es nicht gibt.Alle vier Werte — Rohbauwert je m³, Satz, Mindestgebühr, Bandbreite — sind Annahmen dieses Modells und keine Vorschrift eines Landes. Was Ihre Kommune verlangt, steht in ihrer Gebührensatzung.

Was dazukommt

Jede Befreiung von einer Festsetzung des Bebauungsplans und jede Abweichung von der Bauordnung ist ein eigener Verwaltungsakt mit eigener Gebühr. Wer ein Gartenhaus außerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche errichten will, braucht eine Befreiung — und zahlt dafür zusätzlich.

Die günstigere Reihenfolge

Eine Bauvoranfrage kostet einen Bruchteil einer vollständigen Baugenehmigung und klärt genau die Frage, an der die meisten Vorhaben hängen: Liegt das Grundstück im Innen- oder Außenbereich, und ist eine Nebenanlage an dieser Stelle zulässig? Der Bauvorbescheid bindet die Behörde in der Regel drei Jahre.

Warum hier keine Landeswerte stehen

Alle übrigen Zahlen dieser Website sind an eine Fundstelle und ein Prüfdatum gebunden. Für Gebührenordnungen leistet dieses Projekt das derzeit nicht — sie sind teils kommunales Satzungsrecht und damit hunderte einzelne Quellen. Eine Zahl ohne Fundstelle wäre hier ein Bruch mit dem eigenen Anspruch, deshalb steht an dieser Stelle bewusst eine Spanne und keine Präzision, die es nicht gibt.

Häufige Fragen

Was kostet eine Baugenehmigung für ein Gartenhaus?

Die Gebühr richtet sich in nahezu allen Ländern nach den Rohbaukosten des Vorhabens, üblicherweise ein Bruchteil eines Prozents davon, gegen eine Mindestgebühr. Bei einem kleinen Gartenhaus bewegt sich das im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich. Verbindlich ist allein die Gebührenordnung Ihrer Behörde.

Kommen zur Gebühr weitere Kosten hinzu?

In der Regel ja. Der Bauantrag muss von einem bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasser unterschrieben werden; dessen Honorar übersteigt die Behördengebühr meist deutlich. Hinzu kommen Kosten für Lageplan, Bauzeichnungen und gegebenenfalls einen Standsicherheitsnachweis.

Ist die Gebühr auch bei Ablehnung fällig?

Ja. Die Gebühr entsteht für die Bearbeitung des Antrags, nicht für die Genehmigung. Bei Ablehnung wird sie regelmäßig ermäßigt, aber nicht erlassen. Eine Bauvoranfrage vorab kostet deutlich weniger und klärt die entscheidende Frage oft schon.

Warum nennt dieser Rechner keine Zahl je Bundesland?

Weil es sie nicht gibt. Die Gebührenordnungen sind Landesrecht, teils kommunales Satzungsrecht, mit eigenen Sätzen, Mindestbeträgen und Pauschalen. Eine belastbare Zahl je Land würde eine eigene, geprüfte Datenquelle voraussetzen — die hier bewusst nicht behauptet wird.